InselLebensGenüsse 3

Moonklembergem und Ingwer-Karotten-Süppchen
August 2008

10. August:
Windig, regnerisch, kühl, der Wind treibt den feinen Sprühregen direkt ins Gesicht.

Wir machen uns auf nach Moonklembergem, Wikingergrabstätte bei der Süderender Kirche, nicht ganz leicht zu finden im Labyrinth der Wege über den Geestrücken. Tipp: hinter der Kirche liegt das Familienwohnheim Haus Dörpfeld. Das ist die richtige Straße.

Zu Fuß vorbei an den Erinnerungssteinen für Lorenz Braren, den Inselgeschichtsforscher. Schon der kleine, immer gemähte Rasenweg zur Anlage stimmt uns ein.

Moonklembergem: die Insel ist da ganz bei sich, in ihrer Mitte. Ganz still, ganz natürlich, ganz in Ruhe. Durch Büsche und Ranken auf den kleinen Hügel mitten im Geviert, Rundblick über Maisfeld, Wiesen, kleinen Wald, nichts Spektakuläres.

Hier sitzen und lesen und schreiben und kleine Käfer fotografieren und bei sich sein… Inselfeeling.

Aber nicht heute. Die Besucherin vom Festland winkt ab, vom Kämpfen durchs Gebüsch ist ihre Hose ganz nass, die Schuhe auch, sie will nach Hause und bekocht werden.

 

Sie bekommt:
Ingwer-Karotten-Süppchen, Kichererbsen-Auflauf
und zum Nachtisch einen Apricot Crumble

Here goes…
Ingwer-Karotten-Süppchen

Ich brate eine Knoblauchzehe, zwei/drei Frühlingszwiebeln mit Grün und zwei Esslöffel kleingeschnittenen Ingwer in Ghee (geklärte Butter) oder in Öl an und gebe das Kapha-Churna von Maharishi-Ayurveda dazu. Alternativ geht natürlich auch jede andere milde Curry-Mischung. Anbraten, dann ablöschen mit einer ganzen Flasche Karottensaft (z. B. Hipp BioSaft reine Karotte). Gut eineinhalb Schöpfkellen voll kleingeschnittene Sellerieknolle gibt dem Süppchen Körper. Dazu kommt noch eine gelbe Paprika. Würzen mit einem Teelöffel gekörnte Gemüsebrühe, vielleicht etwas Limettensaft und Salz und Pfeffer. Ein wenig köcheln und ab in den Mixer.

Sieht lecker aus und macht warm an feuchten und kühlen Tagen, wegen dem Ingwer.

Dazu oder danach gibt’s den
Kichererbsen-Auflauf

In eine kleine Auflaufform gebe ich den Inhalt einer Dose Kichererbsen, natürlich ohne die Flüssigkeit, zweidrei kleingeschnittene Tomaten dazu, ein Bund kleingehackte Petersilie und etwas Frühlingszwiebel. Außerdem, wers mag, einige Ecken von der Aoste-Ringsalami oder jeder anderen luftgetrockneten Wurst vom Rind oder Schwein oder Lamm. Auf Föhr gibt es die Uthlande-Fleischwaren, sie bieten eine sehr gute Rind-Salami und Lammknacker, die sich ebenfalls sehr gut für diesen Auflauf eignen.
Frischen Rosmarin und Thymian aus dem Garten oder getrocknete Kräuter der Provence darüber, einige schwarze Pfefferkörner, grob gemörsert, und einen guten Schluck Olivenöl. Ab in den Ofen bei freundlichen 180 Grad. Fertig, wenns gut aussieht: nach etwa 20 Minuten.

Das Rezept für den
Apricot Crumble

steht bei Tim Mälzer: Born to Cook.
Ich habe es ein wenig abgewandelt.
Auf dem Boden einer Auflaufform ca. 800g Aprikosen, kleingeschnitten, verteilen und mit etwas Limettensaft beträufeln.
Für den Crumble-Teig halte ich mich an Tim Mälzer:
175 g weiche Butter
200 g Haferflocken
100 g Mehl
175 g brauner Zucker
miteinander weich verkneten.
Ein haptisches Vergnügen. Ich mache das in meiner Küche, ebenerdig, bei offenem Fenster und schaue dabei in die Welt.
Ich würze das Ganze großzügig mit Zimt und Delifruit von Becht (Reformhaus) und füge noch eine gute Handvoll gemahlene Mandeln hinzu.
Die kompakte Masse in Abschnitten flachdrücken und möglichst lückenlos auf den Aprikosen verteilen. Im Backofen bei 190 Grad, Umluft 170 Grad ca. 25 Minuten backen.

Ich bereite den Crumble vor und schiebe ihn in den Ofen, wenn wir anfangen zu essen. Warm schmeckt er am besten!

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