Skrupelloses Schreiben: Den Körper schreiben

IMG_2478Wir können uns mit unserem Schreibbuch jederzeit und überall hinsetzen, -stellen, -legen oder lagern, wo wir ein paar Minuten in Ruhe sein können. Dann richten wir unser Ohr nach innen:

Den Körper schreiben

Wir gehen unseren Körper systematisch durch mit unserer Aufmerksamkeit, als lägen wir unter einem Scanner. Ganz gründlich schreiben wir unsere Körperempfindungen auf, einfach notieren, nicht beurteilen, analysieren, verknüpfen, bewerten. Keine Diagnosen erstellen, nicht abschweifen in die Vergangenheit oder die Zukunft. Nur tun, was der Scanner tut: registrieren. Keine Bedeutungen zuschreiben, keine Geschichten erzählen.

Sondern: 

Wahr nehmen, fein registrieren, systematisch und ruhig und gleichmäßig mit der inneren Aufmerksamkeit durch den Körper wandern. Aufschreiben, ohne jeden Stress in Bezug auf Rechtschreibung oder Stil, was da vorfindlich ist.
Hinnehmen, das es eine fühlbare Differenz geben kann zwischen der Feinheit und Differenziertheit der inneren Empfindung und der sprachlichen Beschreibung. Deswegen auch hier wieder: skrupellos schreiben.
Mit gleichschwebender, nicht urteilender Aufmerksamkeit ganz methodisch den eigenen Körper und die Empfindungen abtasten und aufschreiben. 

IMG_2436Diese Schreibanweisung hat viel gemein mit dem Body-Scan aus der Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion.
Die innere Haltung, die wir beim Körperschreiben einnehmen, ist achtsam und meditativ: Wahrnehmen, nicht bewerten. Annehmen, was ist.
Die Geschichten ausfallen lassen. („Drop the storyline“ , sagt Pema Chödrön)


Die Methoden des Skrupellosen Schreibens 
führen aus dem Drama in die Ruhe, aus dem Geschichtenerzählen in die Achtsamkeit für das, was ist. Sie erleichtern das Einüben einer Haltung der gleichschwebenden, nicht urteilenden Aufmerksamkeit. Das entspannt und macht empfänglich: Für den Schmerz im kleinen Zeh wie für das Wohlgefühl des Ausatmens in der Weite des Inselraums.

IMG_1640

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Kraftquellen, SchreibWerkstatt abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*