Linsen mit Spätzle: Jetzt schwäbisch-vegan-halal

So ist das , wenn nach langer Zeit die schwäbische Familie einmal wieder zusammensitzt beim traditionellen Linsengericht: es ist jetzt schwäbisch – vegan – halal.
Wie kommts?
Um den Familientisch sitzen jetzt nicht mehr wie früher nur schwäbische Allesesser, sondern: zwei VegetarierInnen, eine Veganerin, ein Moslem, zwei Alles-EsserInnen.  Und es sollen Linsen mit selbstgemachten Spätzle sein, wie bei Muttern.
Wie geht`s?

Die selbergemachten Spätzle sind eh schon vegan hallal und alles, denn sie bestehen aus Wasser und Mehl, einem zähen Teig, der mit den Händen vermischt und aufs Küchenbrett geschlagen wird, der ruhen muss und dann, mit dem Spätzlesbrett und dem Spätzlesmesser, ins heiße Wasser geschabt wird. Eine Kunst, die nur Schwäbinnen beherrschen, die es von der Mutter gelernt haben. Für alle anderen gibt’s Spätzleshobel.
Das Linsengericht ohne den Geschmacksträger Tierfett zu kochen, ist schon schwieriger, geht aber:
In Speiseöl Kümmel, Ingwer, Rosmarin mit kleingeschnittenen Sellerie, Möhren, Lauch und Petersilienwurzel anbraten. Mit Rohrzucker karamellisieren, mit Rotwein oder Apfelessig ablöschen. Mit eingeweichten Albliesa, das sind alte Linsensorten von der schwäbischen Alb, unvergleichlich festkochend und nussig im Geschmack, und Gemüsebrühe aufkochen, ziehen lassen. Gewürzt wird traditionell mit Essig und Zucker, Pfeffer und Salz, und mit Mehlschwitze angedickt.
Statt Saitenwürscht und Speckseiten gibt’s, getrennt gekocht, türkische Rindfleischwürste, Sucük, in der Variante scharf-würzig. Passt, wie die schwachgewordene schwäbische Vegetarierin bestätigen kann, sagenhaft gut zum säuerlich-aromatischen Linsenessen.
Alle sind zufrieden, allen ist Genüge getan, und lecker wars auch.
– In den Tagen nach dem Familientreffen suchten manche Trost, die vom Wahlausgang in den USA geschockt waren. Von all den Texten und Reden gefiel am besten der Essay des schwäbischen Pragmatikers Bernie Sanders in der New York Times vom 11. November: er sagt  in essence,  dass jeder Politiker zur Rechenschaft gezogen werden muss, und dass es klare Kriterien gibt für das Wohlergehen der BürgerInnen eines Landes, aller BürgerInnen.  Qualitätskriterien sozusagen. Die der vorfindlichen Komplexität gerecht werden.
Nachzulesen unter:
http://www.nytimes.com/2016/11/12/opinion/bernie-sanders-where-the-democrats-go-from-here.html?action=click&pgtype=Homepage&clickSource=story-heading&module=opinion-c-col-right-region&region=opinion-c-col-right-region&WT.nav=opinion-c-col-right-region&_r=0

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