Outing, kulinarisch.

Ich muss mich jetzt mal outen, bevor die Rezepte-Lesung im Friiskfunk stattfindet. Hilft ja nix, wie die Menschen hier gerne sagen.
Also:
Ich wollte immer schon ein Kochbuch schreiben, seit Jahren, eigentlich fast seit ich hier auf die Insel zog, vor etwas über zehn Jahren.
Kein normales Kochbuch natürlich, auch kein schickes, kein italienisches, kein schwäbisches, ein glutenfreies auch nicht.
Ich wollte ein Kochbuch schreiben über ganz einfaches, billiges, regionales, saisonales, schmackiges, frisches, natürlich vegetarisches, borderline veganes gar,  über, und jetzt kommt’s,
Essen, das man aus einer einzigen Schüssel mit dem Löffel essen kann.
In Italien heißt das pappa, Breichen.
Ich bin eine Freundin der pappa, und ganz besonders der Grütze. Grützen haben sehr viele gute Seiten, und nicht die schlechteste ist, dass man mit ihrer Hilfe vom (zu) weizenreichen Essen wegkommen kann. Buchweizen, Hafer, Gerste, auch Mais, Quinoa und Amaranth  geben gute Grützen, als einfache Beilage oder vielseitiges Hauptgericht. Und sie gehen in eine Schüssel, aus der mit dem Löffel gegessen wird.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand.
Essen aus einer Schüssel: im Sessel. Mit Katze auf den Knien. Oder auf dem Sofa, mit Freund oder Freundin unter der selben Decke. Vor der Glotze, oder wohl eher mit Laptop oder tablet nahebei. Nix schneiden, nichts auf die Gabel drehen, nichts Suppiges verschütten, auf nichts aufpassen. Gibt’s in salzig und süß, wird vorzugsweise entweder in einem einzigen Topf oder gleich im Backofen gekocht. Kocht sich also selber, nachdem man fast in einem einzigen Gang alles geschnitten, gemengt, gewürzt hat. Und gut.

Heute gab es:
Hafer-Gerstengrütze mit Wildkräutern, gebackenen Ziegenkäse und Grilltomaten.

Hafergrütze und Gestengrütze zu gleichen Teilen, mit etwas Sesam und Sonnenblumenkernen ohne Fett unter ständigem Rühren anrösten. Dann Olivenöl und geschnittenen Knoblauch (oder Schalotten) dazu, kurz bräunen lassen, mit Gemüsebrühe ablöschen, kleingeschnittene Möhren dazu. Leise köcheln lassen, rausgehen mit einem Küchenmesser. Draußen finden wir: Löwenzahn, Liebstöckel, Giersch, Beinwell, Thymian, Zitronenmelisse, Sauerampfer.
Alles bis auf Zitronenmelisse und Sauerampfer kleinschneiden und zur Hälfte der Garzeit dazugeben, danach nur noch auf der ausgeschalteten Platte ziehen lassen, evtl. Brühe nachschütten. Inzwischen den  leicht panierten (Semmelbrösel, Sesam) Ziegenkäse von Matzen (heißt Hirtenkäse, liegt in Öl. Köstlich!) mit Tomatenhälften und etwas Olivenöl im heißen Backofen grillen.

Die Grütze wird serviert in einer großen Schüssel, die folgendermaßen komponiert wird:  auf den Boden der Schüssel kleingeschnittener Sauerampfer und Zitronenmelisse, etwa  die Hälfte der verfügbaren Menge. Dann Grütze, etwas Limettensaft und Meersalz, dann Grilltomaten, dann Ziegenkäsescheiben, Pfeffer, dann  die restlichen grünen Kräuter. Man könnte das alles  natürlich auch ordentlich nebeneinander auf einen schicken Teller  legen und mit Messer und Gabel essen.
Aber warum.

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