… damit du es nicht wieder zu Dir nimmst!

Schreibwerkstatt mit AsylbewerberInnen: Das Buch von Pennebaker und Evans über Expressive Writing hatte mich sehr bestärkt, ein solches Angebot im Rahmen der vhs Foehr zu machen. Es ging mir um die heilsamen Qualitäten, die das Schreiben haben kann, wenn es Herausforderungen zu bewältigen gilt. 

Wir fingen an mit dem automatischen Schreiben nach Andre Breton: alles, was im Kopf und im Herzen ist, darf aufgeschrieben werden. Alles, was Worte hat, kann aufs Papier, und wenn keine Worte kommen, dann einfach kringeln, wie es die Kinder tun.
Am wichtigsten und interessantesten ist der Aspekt, der beim Expressive Writing wie auch beim Persönlichen Schreiben noch dazu kommt: Wir schreiben nur für uns selber, das Geschriebene wird nicht vorgelesen, niemandem gezeigt.

Ich sprach deutsch und englisch, einer übersetzte ins Arabische, eine ins Rumänische. Und dann fragte ein ganz junger Mann aus Eritrea erstaunt: „Warum nicht wieder lesen?“  Ich bat die anderen, darauf eine Antwort zu geben, und ein junger Mann aus Syrien fand die Worte, die nur einer finden kann, der intuitiv für sich selber erfasst hat, worum es  beim heilsamen Schreiben geht: „Damit du es nicht wieder zu Dir nimmst!“  

Expressive Writing ist eine Möglichkeit, abzugeben, loszuwerden, etwas Belastendes aus sich heraus aufs Papier zu geben und es dann eben dort zu lassen.
Deswegen habe ich am Ende meiner Schreibanweisung immer den Satz:
… und nach dem Schreiben: Buch zuklappen und weiter leben!

Pennebaker, James W. / Evans, John F.:
Expressive Writing. Words that Heal.
Using expressive writing to overcome traumas and emotional upheavals, resolve issues, improve health, and build resilience. Idyll Arbor, Inc. , Enumclaw, WA., 2014

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