In den Süden!

055Riesige Schwärme kleiner Vögel haben die Fichten in meinem Garten zum Rastplatz erkoren. Der stille Morgen in Oldsum hört sich plötzlich an wie ein tropischer Regenwald. Tausende kleine Vögel, ich weiß nicht, welche, sind offensichtlich auf der Durchreise, und treffen sich hier zum Rasten, nur einige Minuten, dann ziehen sie weiter. Später eine neue Gruppe, oder die von eben, nach einem Rundflug, das kann auch sein.
Aufgeregt, angeregt, fröhlich, reiselustig, alle zusammen, alle gleich hibbelig und tratschig, erzählen sich was, ständig unterbrochen, von den Genüssen des Südens, den Freuden der Reise, den Erinnerungen an zauberhaftes südliches Da-sein: Sonne, Wasser und Körner satt! Alle miteinander im Paradies!
Dann, so plötzlich, wie sie gekommen sind, ohne Abfluggeräusche: Stille. Sie sind weitergezogen. Wir sind zurück geblieben, auf der Insel, die nach Herbst duftet, sonnenbeschienen, noch, und doch: die Schärfe in der Luft, der Schleier morgens,  die tiefstehende Sonne, die frühen Abende: vorbei der gloriose Sommer, der schönste, seit ich hier bin. Es bleiben die Äpfel, immer mehr Apfelmus, und die Hagebutten, dich ich noch einkochen will, und Donald, den diese Besuchsgesellschaft in seinem Garten ganz wuschig macht.
Jetzt ist es wieder ganz still, ich kann meine Gedanken wieder hören.

 

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