Peace Food von Ruediger Dahlke

„Nun kann ich euch in Frieden betrachten, ich esse euch nicht mehr“, soll Franz Kafka gesagt haben.
Mir gehts beim Verzicht auf Fleisch genau darum: Das Leid der Tiere in der Massentierhaltung ist nicht das, was ich in mich aufnehmen möchte. Ich möchte mit den Tieren in Frieden leben.
Aus meiner Sicht ist es eine einfache Frage des Mitgefühls und der Werte.
Des Mitgefühls: Tiere empfinden Schmerz und haben Gefühle. Also kann ich mein Mitgefühl auf sie erstrecken.
Der Werte: Fühlenden Wesen soll kein Leid angetan werden. Gewaltlosigkeit gegenüber Menschen und Tieren ist ein Wert, den ich teile.
Mir gefällt der Titel des Buchs von Dahlke, weil er deutlich macht, dass die Art, wie wir uns ernähren und wie wir mit fühlenden Wesen umgehen, eine Frage des Friedens ist und eine globale Frage. Das, was ich heute einkaufe und esse, hat Auswirkungen.
Ich habe über Jahre festgestellt, dass sich der Verzicht auf Fleisch ähnlich anfühlt wie der Verzicht aufs Rauchen. So als ob eine Sucht beendet wird, die aber ja weiter besteht. Ich kann mich jeden Tag neu entscheiden, das Leid der Tiere an mich heran zu lassen und keinen Beitrag zu seiner Verlängerung zu leisten. Ich kann mich jeden Tag neu entscheiden, meinen  Werten entsprechend zu leben.  Und manchmal habe ich große Lust auf Spaghetti Carbonara. Dann fällt mir wieder ein:
Ich habe einmal auf einer der älteren Fähren auf der Fahrt nach Dagebüll lange auf der Auto-Ladefläche aufs Anlegen gewartet. Da war ein Lastwagen voller lebender Schweine.
Die Schweine schrien und entleerten sich. Es stank entsetzlich. Ihre Angst, ihre Qual und Verzweiflung waren körperlich spürbar, zu riechen, zu hören, zu schmecken, zu fühlen. Ich stand da gefühlt stundenlang in diesem stinkenden Koog aus Todesangst und Schweinescheiße.  Das werde ich nie vergessen.
Im Buch sind vegane Rezepte, die einfach sind, leicht nachzukochen, keine exotischen Zutaten verlangen und lecker schmecken. Das entspricht meiner Küchenphilosophie sehr.

Weiterlesen:
Es gibt von Ajahn Brahm eine ganz berührende Geschichte über „Die Kuh, die weinte“. Sie schildert, wie ein Häftling, der in der gefängniseigenen Schlachterei arbeitet,  anfangen kann, Mitgefühl zu entwickeln. In seinem gleichnamigen Buch.
Die Argumente für vegetarisches Leben sind alle bekannt, Jonathan Safran Foer hat sie in seinem Buch „Fleisch essen“ noch einmal dargelegt.
Alle Bücher über ayurvedische Küche sind automatisch vegetarisch, denn in der indischen Philosophie des Ayurveda werden Tiere als fühlende Wesen respektiert, und es gilt als unrein und verwerflich, Fleisch von Tieren zu essen.

 

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