Veranstaltungen mit der vhs 2018: Die Termine

… hier schon mal, auf die Schnelle für die, die planen möchten, die Termine der Veranstaltungen, die ich im kommenden Winter mit der vhs Föhr anbiete:

 

014Schreibwerkstatt: Skrupelloses Schreiben
am 6.1. von 16 bis 19h in der WDR-Galerie

 

 

114 (2)Meditatives Schreiben zu Kraftquellenbildern
am 2.2. von 16 bis 19h in der WDR-Galerie

20170116_090401Lesung
am 3.2. im Rahmen der vhs-Reihe „Föhrer Lesestunde“

IMG_1688Mind the gap: Achtsamkeit im Zwischenraum
am 2.3. von 16 bis 19h in der WDR-Galerie

 

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Skrupelloses Schreiben: Den Vorhang wegziehen.

069Skrupelloses Schreiben kennt keine Rechtschreibregeln, braucht keine AdressatInnen und verzichtet auf all die kleinen Rücksichtnahmen und Ausblendungen, die wir im Alltag anwenden, damit der Laden läuft. Im Skrupellosen Schreiben beobachten wir, ohne zu bewerten. Wir schreiben, was wir wahr-nehmen. Im Skrupellosen Schreiben  sind wir mit uns allein. Wir können den Vorhang wegziehen und den Raum erspüren, in dem wir wachsen.  

Skrupel waren in der Antike kleine Maßeinheiten, die dazu dienten, die großen Mengen genauer zu justieren. Wir können sie uns vorstellen wie die kleinen Gewichte für eine Waage. Damit wird’s genauer, angemessener, passender und gerechter.

Skrupellos ist ein Wort, das wir im heutigen Deutsch in sprachlichen Umgebungen finden mit Worten wie: machtgierig, kaltblütig, habgierig, brutal.

Also wirklich.

067Wenn ich in meinen Schreibwerkstätten vorgeschlagen habe, dass SchreiberInnen versuchen könnten,  skrupellos zu schreiben, teilte sich der Raum gelegentlich in zwei Gruppen. Die einen waren amüsiert, die anderen empört.

Skrupel sind die kleinen Rücksichten, die wir nehmen, die Justierungen, die wir einfügen, damit niemand beleidigt ist oder zu kurz kommt, die feinen kleinen Korrekturen, die wir im Denken vornehmen. Und manchmal merken wir selber gar nicht, dass wir das tun. 

Skrupel schauen uns über die Schulter beim Schreiben und sagen wie Tante Hedwig: ‚So darfst du gar nicht denken!‘  und: ‚Wenn das XY lesen würde!‘.

Skrupel sorgen dafür, dass wir nicht genau genug hinschauen, dass wir die Urteile und Bewertungen immer schon ins Schauen integriert haben. Wir sehen nicht, was ist, wir nehmen nicht wahr. Das kennt jede/r von anderen Menschen, bei anderen sehen wir manchmal deutlich als bei uns selbst, was die nicht  sehen.

Wir können das Schreiben nutzen, um wieder in die glasklare, rücksichtslose  Beobachterposition zu kommen. Wir können  im skrupellosen Schreiben üben, das Wahrnehmen vom Bewerten wieder zu trennen, und einfach schauen, was ist. Dazu dienen die Übungen wie das Hörschreiben, das automatische Schreiben und andere. Wir brauchen das einfache Hinschauen, weil wir dadurch den Raum schaffen, in dem wir einfach sind.

Damit es leichter wird, wieder dahin zu kommen, wo das Schreiben fließend werden kann, wo wir beobachten, ohne zu bewerten, befreien wir das Schreiben von einigen Einschränkungen:

044Rechtschreibregeln, Satzbau, Stil sind nicht wichtig. Wir können ganze Sätze machen, halbe Sätze, gar keine Sätze. Komma oder keins, das hält uns nicht auf. Wie schreibt man dieses Wort? – Is mir eggal.

037AdressatInnen, auch heimliche, gibt es nicht. Keine Mit-Leserinnen, keine Figuren, die uns über die Schulter schauen und kritisieren, besser wissen, persönlich nehmen, Senf dazugeben.  Wir können auch niemandem helfen mit unserem Schreiben, niemandem raten und niemanden eintopfen. Außer vielleicht uns selbst. Skrupelloses Schreiben ist kein Ponyhof.

041Leserinnen, Öffentlichkeit, Lob, Kritik gibt es auch nicht. Niemand wird je sehen, was wir geschrieben haben, und wenn wir uns einen Safe anschaffen müssten. Dann gibt’s natürlich auch keine Bewunderung zu ernten, keine Punkte zu machen, niemanden zu beeindrucken.
(Das ist die Stelle, an der sich dann manche Schreibwerkstattsteilnehmer ausklinken, die gehofft hatten, zu lernen, wie sie die Mitwelt mit ihrem Geschriebenen noch besser beeindrucken können.)
Andrerseits kann uns so auch keine kleinliche Kritikerin, die aussieht wie unsere Deutschlehrerin oder unsere beste Freundin, einen Strich durch die Rechnung machen.


075Wir schreiben nur für uns selbst. Skrupellos.
Dadurch schaffen wir einen Raum, in dem wir  mit uns allein sind, und wir installieren eine Instanz, die in allen Untersuchungen und Theorien zur Resilienz als entscheidend wichtig erachtet wird: die Beobachterin.
Diejenige, die keine Rücksichten nehmen muss und sich an keine Verabredungen erinnern muss und keine Regeln einhalten muss: Die Beobachtende, Wahr-nehmende, die einfach hinschauen kann, hören, spüren, einatmen kann, was ist. Nicht, was sein sollte oder was Hedwig gerne hätte, oder wie Vaters braves kleines Mädchen die Welt sehen sollte.  

014Dafür braucht es Mut zum Loslassen alter Gewohnheiten, Mut, mit sich allein zu sein und Mut, sich darauf einzulassen, was dann da bemerkbar wird in uns, Hier und Jetzt, wenn wir den Raum dafür öffnen und, temporär, morgens für eine Viertelstunde vielleicht, den Vorhang wegziehen, den wir vor die Dinge hängen, die unser Leben sind.  Und ohne Skrupel hingucken, hinspüren, hinhören. Und aufschreiben, was wir wahr-nehmen.
Und dafür gibt’s dann als Belohnung: ein bisschen mehr Raum, mehr Ruhe, mehr Stille, ein ganz klein bisschen mehr persönliche Autonomie vielleicht, mit Glück ein wenig Schönheit, etwas Gelassenheit womöglich, freundliches Bei-Sich-Sein und Zwischenraum, hindurchzuschaun. 

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Jenseits …

IMG_1719Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“  – Dschalal-ed-din Rumi


Zit. nach:  Marshall Rosenberg:
Gewaltfreie Kommunikation, Paderborn 2003, S. 31 

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Skrupelloses Schreiben: vhs-Schreibwerkstatt im Januar 2018

091Die vhs Föhr in Gestalt der unermüdlichen Karima Meynköhn stellt grade ihr Programm für 2017/2018 zusammen. Von einer Veranstaltung weiß ich schon:

Schreibwerkstatt: Skrupelloses Schreiben

Eine dreistündige Schreibwerkstatt, in der manche Möglichkeiten des Schreibens als Lebenskunst entdeckt werden können. Um das Schreiben für sich selber als Kraftquelle zu nutzen, ist manchmal ein wenig Skrupellosigkeit vonnöten… Wir üben das! Bitte bringen Sie Ihre Schreibsachen mit.
Am Samstag, 6.1. 2018
16 – 19h
Galerie im WDR Gebäude, Hafen Wyk
Anmeldungen:
Claudia Fuchs, 04683-963187 und unter
www.Inselschreibwerkstatt-blog.de

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Eleganz und Unverfrorenheit

Es erfordert eine gewisse Unverfrorenheit, sich einzufädeln in eine Umgebung, die nicht für eine vorgesehen war.

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Wer über die notwendige Portion Eleganz verfügt, kann das aber cool und lässig durchziehen. 

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Skrupelloses Schreiben: Den Körper schreiben

IMG_2478Wir können uns mit unserem Schreibbuch jederzeit und überall hinsetzen, -stellen, -legen oder lagern, wo wir ein paar Minuten in Ruhe sein können. Dann richten wir unser Ohr nach innen:

Den Körper schreiben

Wir gehen unseren Körper systematisch durch mit unserer Aufmerksamkeit, als lägen wir unter einem Scanner. Ganz gründlich schreiben wir unsere Körperempfindungen auf, einfach notieren, nicht beurteilen, analysieren, verknüpfen, bewerten. Keine Diagnosen erstellen, nicht abschweifen in die Vergangenheit oder die Zukunft. Nur tun, was der Scanner tut: registrieren. Keine Bedeutungen zuschreiben, keine Geschichten erzählen.

Sondern: 

Wahr nehmen, fein registrieren, systematisch und ruhig und gleichmäßig mit der inneren Aufmerksamkeit durch den Körper wandern. Aufschreiben, ohne jeden Stress in Bezug auf Rechtschreibung oder Stil, was da vorfindlich ist.
Hinnehmen, das es eine fühlbare Differenz geben kann zwischen der Feinheit und Differenziertheit der inneren Empfindung und der sprachlichen Beschreibung. Deswegen auch hier wieder: skrupellos schreiben.
Mit gleichschwebender, nicht urteilender Aufmerksamkeit ganz methodisch den eigenen Körper und die Empfindungen abtasten und aufschreiben. 

IMG_2436Diese Schreibanweisung hat viel gemein mit dem Body-Scan aus der Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion.
Die innere Haltung, die wir beim Körperschreiben einnehmen, ist achtsam und meditativ: Wahrnehmen, nicht bewerten. Annehmen, was ist.
Die Geschichten ausfallen lassen. („Drop the storyline“ , sagt Pema Chödrön)


Die Methoden des Skrupellosen Schreibens 
führen aus dem Drama in die Ruhe, aus dem Geschichtenerzählen in die Achtsamkeit für das, was ist. Sie erleichtern das Einüben einer Haltung der gleichschwebenden, nicht urteilenden Aufmerksamkeit. Das entspannt und macht empfänglich: Für den Schmerz im kleinen Zeh wie für das Wohlgefühl des Ausatmens in der Weite des Inselraums.

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Skrupelloses Schreiben: z.B. Hörschreiben

Manchmal sind wir blockiert.Wir wollen schreiben und es geht nicht, kein Wort will sich finden und kringeln fühlt sich doof an. Das nennt man Widerstand. Dann können wir dem Widerstand nachgeben und das Vorhaben aufgeben, oder wir finden einen Weg drumrum… 

203Hörschreiben

Hörschreiben bedeutet, dass wir alles aufschreiben, was wir hören. Wir machen also die Ohren auf und schreiben live mit, was wir an einem zauberhaften Sommermorgen in Oldsum so hören, wenn wir im Garten sitzen:

„Wind rauscht in  der Vogelbeere über meinem Kopf, Taube gurrt in der Fichte vor mir, fern kräht ein Hahn, Vogeltschilpen, Kind schreit, Staubsauger wird angeworfen, anderer Vogel zwitschert, Blätter rascheln stärker im Wind, mehr Tauben gurren, fern ein Motor, trockene Stängel der Akeleien raspeln aneinander, Katze springt auf den Boden padumm Flugzeugdröhnen kommt näher, entfernt sich langsam wieder Richtung Sylt,  Amselwarnruf Bodenfeind…“

Hörschreiben konzentriert uns auf das Hören, und kann sich ganz ruhig, hell und geerdet anfühlen. Meditativ, verlangsamt, locker, fließend. Angenehm.
Es geht ums Wahrnehmen, nicht ums Bewerten, und nicht ums Leisten. Auf diese Weise unterstützt uns das Hörschreiben nicht nur dabei, den Widerstand zu überwinden, sondern lässt uns im HierundJetzt ankommen, da, wo wir das Leben um uns herum hören können.

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Tagebuch schreiben… skrupellos am besten.

Utersum 8 2017… das geht natürlich auch ambulant, am Meer zum Beispiel, etwa in Dunsum, zum Sonnenuntergang gegen viertel nach 9, halb zehn. Aber das wo ist nicht entscheidend. 

Eben fragte eine Freundin, wie sie loslegen solle, ob ich etwas raten könnte. Kann ich. 

Ich bin dagegen.

Natürlich nicht gegen das Scheiben, auch nicht gegen das tägliche Schreiben von Hand in ein privates Buch, das man niemandem zeigt. Aber mit dem Tagebuch-Schreiben verbinden sich so viele Vorstellungen und Konventionen. 

Ich empfehle:

Jeden Tag zu einer bestimmten Zeit, die meistens passt, etwa direkt nach dem Aufwachen, skrupelloses Scheiben. Das heißt: Schreiben ohne Beachtung der Rechtschreibregeln oder Stilvorstellungen. Keine Adressaten, auch keine heimlichen. 

Und das Wichtigste:

Keinen  Sinn machen. Nichts herleiten, erklären, erzählen, nicht argumentieren, deuten. Keine Geschichten erzählen. 

Stattdessen:

Schreiben, wie es in den Kopf kommt. Halbe Sätze, ganze Sätze, gar keine Sätze. Einkaufslisten. Unsinnswörter. Alles, was in den Kopf kommt, kann auch ins Buch. 

Skrupelloses Schreiben ist Freies Schreiben. 

Und wenn da nichts mehr ist, keine Worte mehr, dann kringeln. Einfach kringeln wie die Kinder.
Und irgendwann, nach zweidrei Seiten, aufhören und Buch zuklappen.
Nicht hinterherlesen, nichts korrigieren, kontrollieren, verbessern, graderücken, streichen.
Einfach da lassen, was da ist und am nächsten Morgen / Mittag / Abend weiter schreiben.
Regelmäßig, täglich, und wenns eine Seite Kringel oder smilys sind.

Einfach den Raum offenhalten.

Warum auf diese Weise Tagebuch schreiben?

Weil sich  so zeigen kann, was da ist. Weil Altes sich zeigen kann. Und Neues auch.

Und was da sein kann, was Raum haben kann, kann sich ändern. 

Utersum 2017

 

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Aus gegebenem Anlass: Goethe zur Feier des Tages

… hier das Goethe-Zitat, mit dem Volker Beck soeben seine letzte Rede im Bundestag einleitete:

„Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“
Johann Wolfgang von Goethe

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Kürzlich am Strand von Utersum…

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